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Botulinum Toxin A (Botox®, Dysport®, Xeomin®) – Hochpotentes Protein lindert Narbenschmerzen

2006

Porträtfoto Von Dr. Med. Petra Becker Wegerich

Dr. med. Petra Becker Wegerich

Fachärztin FMH für Dermatologie Lasertherapie FMCH Operative Dermatologie und Ästhetik – DGDC

Schmerzhafte Narben im Gesicht sind eine besondere Herausforderung für den behandelnden Arzt. Kombinierte Therapieanwendungen sind meist am erfolgreichsten. Dabei eröffnet die Botox-Behandlung eine zusätzliche Option.

In zahlreichen Publikationen wurde bereits der Einsatz von BTX-A in der speziellen Schmerztherapie untersucht.

Bei klassischen Indikationen mit pathologisch vermehrter Muskelaktivität gelang es, mit BTX-A nicht nur den Muskeltonus zu reduzieren, sondern gleichzeitig auch die damit verbundenen Schmerzen zu

lindern [1,3]. Forschungsergebnisse (Invitro-Studien, klinische Studien und experimentelle Daten) zeigen vier mögliche Erklärungswege für die Wirkung des Toxins bei der Schmerztherapie auf:

  • Blockade der cholinergen Innervation
  • Normalisierung übermässiger Muskelspindelaktivität
  • Retrograde Aufnahme von BTX-A in das periphere und zentrale ZNS
  • Hemmung der Substanz P (SP)-Freisetzung und Effekt auf andere Neurotransmitter [1, 2, 5, 6].

Aufgrund der Vermutung, dass BTX-A die Freisetzung der Substanz P unterdrückt, wurde bei drei Patienten mit schmerzhaften Unfall- bzw. Operationsnarben in der oberen Gesichtsregion
gezielt BTX-A im Off-label-use eingesetzt. 

Ein individuell angepasstes kombiniertes Therapiemanagement erweist sich üblicherweise bei der Narbenbehandlung am erfolgreichsten (Tab. 1).

An einem Beispiel soll die Behandlung schmerzhafter Narben mit BTX-A (Dysport®) im Folgenden erläutert und diskutiert werden. 

Hochpotentes Protein lindert Narbenschmerzen (pdf)